blackstarriders heavyfirenb mehrfachwertungDas sie zuletzt ein wenig zweigleisig liefen, gibt ihnen die Möglichkeit, sich weiter von der berühmten Vorgänger-Band zu emanzipieren. Im letzten Jahr konnten die Herren ihr Faible für THIN LIZZY bei diversen Festivalauftritten ausleben und konnten sich nun beim Songwriting ganz auf das Thema BLACK STAR RIDERS konzentrieren. Hier bleib auch das Line-Up konstant, während bei THIN LIZZY mit Scott Travis und Tom Hamilton interessante Gäste dabei waren. Trotz des Intermezzos war man fleißig und schob nach einem noch kürzeren Intervall das dritte Album „Heavy Fire“ nach. Wie sehr kann sich die Truppe von ihrer Vergangenheit lösen und vor allem von welcher der Protagonisten?

Als wolle man gleich zu Beginn klar machen, dass man die ewigen Vergleiche zur dünnen Lizzy nicht mehr hören mag, gehen sie beim eröffnenden Titelstück sehr geradlinig zu Werke. In der Bridge wird es dann sogar ein bisschen punkig, wo eher die Geschichte von Frontmann Ricky Warwick durchschimmert, bevor eine zweite Bridge und der Refrain ein wenig Heavy Blues anklingen lassen, eine neue Komponente im Sound der Reiter. Durch die vielen ist mir das Lied für den Auftakt allerdings nicht griffig genug.
Da wäre das rockige „When The Night Comes Down“ im Anschluss schon deutlich geeigneter gewesen. Zwar bringt hier Jimmy deGrasso erneut diese auf „Killer Instinct“ etablierten abgestoppten Breaks, was aber eher die Aufmerksamkeit erhöht wie ein Signalschlag. Im Chorus geht es dann mit vereinter Vokalpower in die Stadien. Gleiches gilt dann im Anschluss für das locker rockende „Dancing With The Wrong Girl“, welches die einzige richtige THIN LIZZY-Leadharmonie der Scheibe beinhaltet.

Man merkt schon, dass das Songwriting in den Händen des eingespielten Duos Warwick/Johnson liegt, denn ein paar Trademarks, für die eher Scott Gorham stehen könnte fallen heraus. Wenn man sich an die Siebzigerlegende erinnert, dann vielmehr mit deren typischem Groove, wie er einst in „Emerald“ manifestiert wurde oder auch vom Gesang her. Immer dann wenn der gute Ricky sein leicht rotziges Gebell zurück schraubt und mit tiefer Klarstimme singt, glaubt man den guten Phil Lynott wieder zu hören. Beste Beispiele hierfür sind das ruhige „Cold War Love“ oder „Testify Or Say Goodbye“. Den beiden Songschreibern gelang es endgültig ihren eigenen Stil zu finden, bekanntere Elemente wie die Folkeinflüsse werden zwar beibehalten, aber eben mehr in die Titel integriert.

Natürlich müssen die BLACK STAR RIDERS auch weiter gehen und sich für neue Einflüsse öffnen, mit dem Heavy Blues sprach ich einen schon an, der speziell „Thinking About You Could Get Me Killed“ prägt. Schwere, fiebrige Riffs lassen ebenso an LED ZEPPELIN, wie auch an weitere Kunden ihres Produzenten, ALICE IN CHAINS denken. Den dezent modernen Einschlag verleihen die Herren auch dem ruppigen „Who Rides The Tiger“, welches mit Gangshouts stark an die erfolgreichste Phase von THE ALMIGHTY erinnert.
Besonders im Solo dieses Stückes zeigen sie auch ihre neu gewonnene Spontaneität, mit der sie auch die stark vorgegebenen Strukturen der Vorläuferformation verlassen. Mit der weiteren Emanzipation ihres Sounds lebt es sich scheinbar lockerer, da dürfen die Soli auch mal wilder ausfallen oder eben ganz außen vor bleiben. Und eine Nummer wie das groovige „Ticket To Rise“ mit den souligen Frauenchören wäre noch auf dem Debüt „All Hell Breaks Loose“ undenkbar gewesen.

Die Fünf gehen ihren Weg unbeirrbar fort und können ihren klar identifizierbaren Bandsound noch weiter verfeinern. Natürlich profitieren sie von ihrem hohen Bekanntheitsgrad zuvor, einen Nick Raskulinecz, der an den Reglern wieder tolle Arbeit verrichtete, verpflichtet man nicht mal ebenso, von Kevin Shirley, der den Erstling veredelte, rede ich erst gar nicht. Man muss aber auch sehen, dass die Herren Warwick und Gorham jahrzehntelang völlig unter dem Radar liefen, teils gar nicht aktiv oder eben als besseres Coverunternehmen unterwegs waren. Da noch einmal so eine Truppe auf die Beine zu stellen, die stets auf hohem, wenn auch nie überragendem Niveau agiert, ist schon aller Ehren wert. (Pfälzer)

 


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 40:29 min
Label: Nuclear Blast
Veröffentlichungstermin: 03.02.2017

Bewertung:

Pfaelzer7,5 7,5 / 10


Andreas 8,5 8,5 / 10

Jochen7,5 7,5 / 10

Klaus6,5 6,5 / 10

Maik7,5 7,5 / 10

Pascal8,0 8 / 10

Alex2 7,57,5 / 10

Manu8,0 8 / 10


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